Helgoland - die Geschichte

Die heute deutsche Nordseeinsel Helgoland, die schon ca. seit dem 7. Jahrhundert durch Friesen bewohnt wird, kann auf eine sehr bewegte Geschichte zurückblicken, bei der oftmals auch die strategisch einzigartige Lage inmitten der Nordsee eine bedeutende Rolle gespielt hat. So erhoben im Laufe der Zeit auch immer wieder verschiedene europäische Länder Anspruch auf die Hochseeinsel Helgoland, die beispielsweise noch in weiten Teilen des 18. Jahrhunderts zu Dänemark gehörte, dann an Großbritannien überging und erst im Jahre 1890 zur deutschen Insel wurde.
Weitere besonders markante Punkte der Geschichte Helgolands sind:
Die Piraterie im Mittelalter
Im Mittelalter galt die Insel Helgoland als ein Zentrum der Piraterie in der Nordsee.
So wird vermutet, daß der bekannte Pirat "Klaus Störtebeker" und die "Likedeeler" Helgoland als einen strategisch günstigen Stützpunkt nutzten. Es ist zwar nicht sicher erwiesen, daß "Störtebeker" die Insel Helgoland wirklich aufgesucht hat, sicher ist jedoch, daß "Störtebeker" im Jahre 1401 nach einer Seeschlacht vor Helgoland von einem Hamburger Flottenverband gefangen genommen wurde.
Die Sturmflut von 1720
Im Jahre 1720 gab es eine schwere Sturmflut, die Auswirkungen auf die Insel Helgoland hatte. So wurde seiner Zeit die Hauptinsel vom "Witte Kliff", einem Kalkfelsen, getrennt. Bis zur heutigen Zeit hat sich das "Witte Kliff" zur Düneninsel entwickelt, die von Urlaubern als Badeinsel genutzt wird.
Die Zeit der Kontinentalsperre und der Schmuggel
Im Jahre 1806 erließ "Napoleon" die sogenannte Kontinentalsperre gegen Großbritannien. Dies hatte zur Folge, daß sich Helgoland, seiner Zeit Bestandteil des Vereinigten Königreiches, sich zu einem sehr beliebten Platz für Schmuggeleien aller Art entwickelte.
Der "Helgoland-Sansibar-Vertrag" im Jahre 1890
Das Jahr 1890 war für die Insel Helgoland ein sehr entscheidendes Jahr, da seiner Zeit der "Helgoland-Sansibar-Vertrag" zwischen England und dem Deutschen Reich abgeschlossen wurde und Helgoland seit dem eine deutsche Insel ist.
Helgoland und der zweite Weltkrieg
Zu Beginn des zweiten Weltkrieges blieb die Insel von den Auswirkungen des Krieges zunächst weitgehend verschont. Dies änderte sich jedoch am 18. April 1945 als britische Luftverbände mehr als 7000 Bomben auf Helgoland abwarfen und die Insel für eine Zeitlang völlig unbewohnbar machten. Ein großer Teil der damaligen Helgoländer Bevölkerung fand Zuflucht auf benachbarten Inseln, wie der Insel Sylt.
Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Insel Helgoland zu der Urlaubs- und Ferieninsel, die uns heute geläufig ist. Inzwischen ist der Tourismus auf Helgoland die wichtigste Einnahmequelle der Bewohner, die ihren Besuchern einen möglichst angenehmen Aufenthalt auf ihrer Hochseeinsel bieten möchten.